Ortsteil Räbel

Wo liegt Räbel? Räbel liegt im nördlichen Teil von Sachsen-Anhalt und versteckt sich hinter dem Elbdeich. Doch das kleine Örtchen ist nicht zu übersehen, wenn man mit der Fähre von Havelberg kommt oder aus umgekehrter Richtung von Werben kommend. Mit geschichtlicher Sicherheit wird Räbel im Jahre 946 im Zusammenhang mit dem Bistum Havelberg genannt.

Der Name: 946 robelj, 1150 robeli, 1179 robell, rabel, rabele, 1209 robele, 1429 robel, 1469 rabel, 1474 rabell 8Endisch und bedeutet alte Niederlassung der Fischer.

Im Jahre 1890 wurde Räbel viermal vom Hochwasser der Elbe heimgesucht. Zu dieser Zeit hatte Räbel noch über 260 Einwohner.

Wie jeder kleinere Ort hatte Räbel auch seine eigene Schule, die bis 1951 Bestand hatte. Eine alte Schulchronik, welche von 1877 bis zum Jahre 1937 geführt wurde, gibt regen Aufschluss über das dörfliche Leben in dieser Zeit.

Inhaber des Patronats von Kirche und Schule in Räbel war bis 1815 die Familie von Meiern. Seit 1815 befand sich das Patronat im Besitz des Grafen von der Schulenburg, später Patronatsherr Grabow.

Die kleine rechteckige Kirche mit polygonalem Schluß ist wahrscheinlich Ende des 13. Jhd. erbaut. Der jetzige Fachwerkturm entstand später, nachdem der frühere barocke Turm baufällig geworden war.  Weihe des neuen Turms war 1807.
Die große Kirchenglocke wurde 1917 eingeschmolzen. Eine kleinere Glocke verblieb.

Erwähnungen über eine Fährverbindung hinüber in die Prignitz soll es schon 1453 gegeben haben. Erst im 18. Jhd. ging die Fähre in das Eigentum der Gemeinde über. Heute wird sie von der Stadt Werben betrieben.

Räbel selbst wurde durch Landwirtschaft, Fischerei und Schifffahrt geprägt. 1962 verlor die Gemeinde Räbel ihre Selbständigkeit und ist seitdem Ortsteil von Werben.  Letzter Bürgermeister war Herr Thie. (1959 bis 1962) Seine Beschaulichkeit, Ruhe und Romantik hat Räbel aber bis heute nicht verloren.

Einwohner per 31.12.2019: 43

(Text und historische Aufnahmen Ullrich Haase, Werben und aus Chronik der Stadt)