Geschichte der Werbener Windmühlen


Ein interessantes Kapitel der Werbener Geschichte sind auch die Werbener Windmühlen. Sieben bis acht dieser Mühlen soll es gegeben haben. Kein Wunder denn seit jeher wurde in der Wische Getreide, vornehmlich Weizen angebaut. Nur eine Bockwindmühle ist heute noch erhalten. Sie war bis 1953 noch in Betrieb und steht auf dem Grundstück von Familie Schnelle, vor der Stadt, aus Richtung Seehausen kommend. 1986 wurde die Mühle auf drängen des Lehres Hugo Rabe neu ummantelt. Ab 1991 begann mit Mitteln des Denkmalschutzes eine umfassende Restaurierung.  Leider fehlen ihr aber zurzeit wieder die Flügel. Bleibt zu Hoffen, dass auch diese eines Tages wieder die Mühle schmücken.

 

Die Werbener Familie Adelheid und Siegfried Sommer bewirtschaftenden den „Mühlenberg“ bis zum Tod von Siegfried als Gartengrundstück. Auch dort stand bis 1945 eine Windmühle, welche durch Kriegseinwirkung abgebrannt ist. Der Großvater von Siegfried Sommer, Carl Sommer kaufte sie 1884. Nur der Kaufvertrag ist noch erhalten, der mit freundlicher Genehmigung der Familie Sommer hier veröffentlicht ist.


Kaufvertrag

Zwischen dem Mühlenbesitzer Herr W. Steinhöfer und dem Herrn C. Sommer wurde folgender Vertrag abgeschlossen. Der Herr W. Steinhöfer verkauft an den Herrn Sommer seine Windmühle auf der Märsche, das Wohnhaus Nro. 171 in der Fabianstraße gelegen mit Hofraum und Stallungen, den Werdergarten Nro. 98 auf Paschen Werder gelegen und den Garten in der Stege Nro. 707 für den Preis von 10200 Mark.
„Zehntausendzweihundert Mark“Verkäufer bekommt hierdurch vom Käufer 300 Mark, Dreihundert Mark Anzahlung empfangen zu haben und verpflichtet sich Käufer die Restzahlung bis zur Auflassung an den Verkäufer zu Zahlen. Die Übergabe soll am ersten Juni dieses Jahres geschehen. Verkäufer behält sich sein Wohnrecht bis zum 6. Juni vor und verpflichtet sich bis dahin als ordentlicher Wirth zu wirtschaften. Lasten und Rechte übernimmt Käufer vom 1. Juni an.Dieser Vertrag ist von beiden Theilen genehmigt und unterschrieben worden.

Werben den 2. März 1884

W. Steinhöfel
C. Sommer