Geschichte der Stadt Werben

Mit geschichtlicher Sicherheit wird die „Burg Werben“ im Jahre 1005 zum ersten Mal erwähnt. Kaiser Heinrich der II. hielt in dem genannten Jahre hier einen Reichstag mit den Wenden ab. Im Jahre 1033 oder 1034 hielt Kaiser Konrad II. einen Hoftag in Werben, bei dem es u.a. um Belange Böhmens ging. Aus dieser Zeit stammt auch der heute noch erhaltene Strassenname „Schadewachten“. Dort hatten die Burgwachen ihre Bleibe. Durch die strategisch wichtige Lage an einem Elbübergang und der Havelmündung war die Burg Werben in ständige kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt. Markgraf Albrecht der Bär (1134-1170) brachte, in einer Zeit längeren Friedens, Holländer als Kolonisten nach Werben. Sie siedelten sich zunächst im „Langen Dorf“, heute Lange Strasse an. Mit ihren Fähigkeiten begannen sie die Eindeichung der Elbe und damit der Fruchtbarmachung der Wische. Auch die Verleihung des Stadtrechts (1151) ist Albrecht dem Bär zu verdanken. Ein weiteres großes Verdienst Albrecht des Bären war, dass er nach einer Pilgerfahrt ins Heilige Land, im Jahre 1160 in der Stadt Werben die erste Johanniter-Komturei in ganz Deutschland anlegte. Ältestes Zeugnis der Bautätigkeit des Ordens ist das „Romanische Haus“ (früher Lamberti-Kapelle genannt). Die Komturei war anfänglich für Sachsen, die Mark Brandenburg, Pommern und das Wendland zuständig. Später war sie die Verwaltungszentrale für die Balley Brandenburg.

1358 wurde Werben Mitglied der Hanse. In dieser Blütezeit entstand unter anderem das heute noch erhaltene Elbtor. Es wurde 1464-1470 erbaut und ist das einzig erhaltene von einst fünf Stadttoren. Im Turm ist ein kleines Heimatmuseum eingerichtet. Von der oberen Plattform hat man einen einmalig schönen Blick über die Stadt und das Niederungsgebiet der Elbe. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Werben aufgrund seiner strategischen Lage von den Schwedischen Truppen in Besitz genommen. König Gustav Adolf hatte im Haus Nr. 222 am Markt Quartier genommen. Eine Gedenktafel erinnert jetzt daran. Schon 1931 wurde vor dem Rathaus ein Denkmal mit der Aufschrift „Dem Gedächtnis König Gustav Adolf von Schweden“ enthüllt. Ein Zeugnis kolossaler Baukunst ist die im gotischen Stil errichtete Stadtkirche Sankt Johannis. Sie ist eine der ältesten und schönsten Kirchen der Altmark, wahrscheinlich um 1160 erbaut. Aber auch noch Teile der Stadtmauer mit dem Hungerturm und die Salzkirche (ehem. Kapelle Sankt Spiritus) aus dem Jahre 1313 sind sehenswert.

Von 1898 bis 1971 war Werben über eine Kleinbahnstrecke (Werben-Goldbeck) an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Seit dem 1. Juni 2008 ist Werben wieder offiziell Hansestadt. Ab dem 1. Januar 2010 gehört die Hansestadt Werben (Elbe) zur Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Ausführliche Angaben zur Geschichte der Stadt kann man nachlesen in der Chronik von E. Wollesen (1898), welche über das Tourismusbüro zu beziehen ist.

Einwohner per 31.12.2016: 649 Personen (mit Eingemeindungen 1106 Personen)

 

 

Und hier noch ein Video vom Umzug zur 1000-Jahr Feier. Zur Verfügung gestellt von Gerhard Nietzel.

Marktstraße nach einem historischen Foto gemalt von D.Rose um 1950

Marktstraße nach einem historischen Foto gemalt von D.Rose um 1950

Blick vom Elbtor auf die Lange Straße, gemalt von Wilhelm Giese (1883-1945), Magdeburg 1935

Blick vom Elbtor auf die Lange Straße, gemalt von Wilhelm Giese (1883-1945), Magdeburg 1935

Romanisches Haus - früher Lambertijapelle

Das Romanische Haus – früher Lambertikapelle genannt, befindet sich in Restauration.