Die altmärkische Wische …

… eine eigenwillige Landschaft mit unverwechselbarem einprägsamen Gesicht, herb und schön, ganz zu Unrecht noch unbekannt, mit unberührter Natur. So kann man kurz dieses Gebiet beschreiben.

Um die Wische wurde lange und zäh gerungen. Weite, ebene Flächen, überall mit Gräben durchzogen, die dazu dienen, die schweren Felder und Wiesen zu entwässern. Überall Erlen, Weiden und Eichen, hier und dort kleine Wäldchen, die ein Gehöft verstecken. Hier im Urstromtal der Elbe finden wir einen ungeahnten Reichtum an Greif- und Schreitvögeln, wie den Bussard, den Falken oder den Weiß- und Schwarzstorch. Am Rande beginnt die Hochfläche, eine leicht hügelige Landschaft, völlig anders in der Gestaltung. Leichte Böden mit ausgedehnten Mischwäldern prägen das Bild und bieten hervorragende Möglichkeiten sich die Natur zu erschließen.

Wer weite und naturbelassene Landschaft liebt, fühlt sich hier wohl!

Die Dörfer in der altmärkischen Wische sind auseinandergezogen, oft in weitem Abstand zueinander liegen die Hofstellen. Das Ortszentrum wird durch die Dorfkirche bestimmt. Lassen sie sich Zeit, die altmärkische Wische auch von ihrer Architektur her kennenzulernen. So, zum Beispiel, verläuft durch Seehausen die Strasse der Romanik. Halten sie an und besuchen sie die schon von weitem sichtbare St. Petrikirche. In ihr finden sie eines der schönsten romanischen Portale im nördlichen Raum. Besteigen sie die 65 Meter hohen Türme und sie haben einen weiten Blick in unsere Landschaft.

Auf der Strasse der Romanik in Richtung Havelberg erreichen sie die Stadt Werben (Elbe). Schon vor der Stadt grüßt sie die St. Johanniskirche. Weiter sehenswert ist das letzte erhaltenes Stadttor der Hansestadt, das Elbtor. Nach der Besteigung eröffnet sich ihnen ein herrlicher Blick auf die Elbe und die Elbtalauen. Dem Weißstorch werden sie hier nicht ausweichen können, denn mit seinen über 15 Storchennestern gehört Werben (Elbe) zu den storchenreichsten Städten Deutschlands.

Aber auch auf dem Wasserweg der Elbe können Wasserwanderer unser vielseitiges Gebiet erreichen. Die Elbtalaue ist ein großer Naturraum von besonderer Eigenart mit einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas, die stark vom Hochwasser der Elbe beeinflusst wird. Große Teile sind Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Das Naturschutzgebiet der Garbe im Nordwesten der Wische zwischen Elbe und Aland ist gleichzeitig ein europäisches Vogelzuggebiet. Die Garbelandschaft wird geprägt durch einen zusammenhängenden natürlichen Auenwaldrest und durch Grünflächen mit eingelagerten Bracks, Tümpeln und Weihern. Ein weiteres großflächiges Naturschutzgebiet ist die sich anschließende Elbaue von Wahrenberg bis Beuster mit einer ausgedehnten Elbtalniederung im Raum Geestgottberg-Losenrade-Beuster-Werder-Kamps.

Ein Besuch in der altmärkischen Wische lohnt sich zu jeder Jahreszeit für Menschen, die Freude an der Natur haben und sie hautnah erleben möchten.

Ein Beitrag von Maik Braschwitz.