Kirchliche Nachrichten

 

 

Wie in der letzten Gemeindebriefausgabe berichtet, hat der Gemeindekirchenrat das gegenwärtige Gottesdienstkonzept auf den Prüfstand gestellt. Viele Wochen hat er sich damit beschäftigt, in alle Richtungen gedacht und Gesprächsrunden in den einzelnen Gemeinden geführt, um eine Optimierung der Struktur und eine Intensivierung des gottesdienstlichen Erlebens und der gottesdienstlichen Gemeinde zu erreichen. Gerade in den Gesprächsrunden mit Gemeindegliedern ist viel Verständnis und Zustimmung, aber auch eine gewisse Traurigkeit über die Veränderung zum Ausdruck gebracht worden. Doch der eindeutig überwiegende positive Grundtenor der Gespräche und die vorliegende Notwendigkeit nach Veränderung haben den Gemeindekirchenrat bewogen, in seiner Januarsitzung eine wegweisende Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung wird nach zwei Jahren erneut reflektiert und gegebenenfalls verändert. Demzufolge zufolge sieht die Gottesdienststruktur im Kirchspiel Werben wie folgt aus: Es gibt nur noch einen Hauptort für den sonntäglichen Gottesdienst, der in der Regel alle 14 Tage stattfinden wird. Aufgrund der besten räumlichen Möglichkeiten für Kindergottesdienst, ganzjährig warmem Hauptgottesdienst und für eventuelle Anschlussveranstaltungen wie Kirchencafé usw. fiel dabei die Wahl auf Werben. Das heißt im Umkehrschluss aber natürlich nicht, dass es in den anderen Kirchen im Pfarrbereich keine Gottesdienste oder andere Veranstaltungen mehr geben wird. Einiges an gottesdienstlichen Angeboten bleibt erhalten, und es findet eine zusätzliche Profilierung einiger Dorfkirchen statt. In den Orten erhalten bleiben natürlich alle Kasualgottesdienste (Taufen, Trauungen, Beisetzungen) und die sich in den letzten Jahren etablierten Gottesdienste in der Karwoche und an den Osterfesttagen, sowie die Christvespern zum Heiligen Abend. Ebenso bestehen bleiben die die besonderen Gottesdienste in den einzelnen Orten: die Kinoandacht und der Musikgottesdienst in Berge, der Weltgebetstag in Wendemark, Himmelfahrt auf dem Deich in Räbel, das Johannisfest in Neukirchen und das Weihnachtssingen mit Andacht am 2. Weihnachtstag in Giesenslage. Veränderungen gibt es bei den Erntedankgottesdiensten, die zukünftig in Berge, Lichterfelde und Werben gefeiert werden. Bei den Gottesdiensten zum Ewigkeitssonntag wird es Werben und in den Orten einen Gottesdienst geben, wo im laufenden Kirchenjahr Gemeindeglieder verstorben sind. Die beschlossene zusätzliche Profilierung und damit neue beziehungsweise weiter gehende Nutzung einiger unserer Kirchen sieht folgendermaßen aus: In Berge und Werben stehen unsere beiden Konzertkirchen.

Die Dorfkirche in Räbel wird zur Kulturkirche, das heißt hier finden z.B. Ausstellungen, Lesungen, Vorträge oder Kleinkunst statt.

Die Ferchlipper Dorfkirche wird im Sommer zur Kinokirche. Und gemeinsam mit der Kirche in Neukirchen haben wir jetzt zwei konkret benannte Taufkirchen; das bedeutet für den Fall, dass eine gewünschte Taufe mit keiner bestimmten Kirche unseres Kirchspiels verbunden ist – was immer mal wieder vorkommt – dass diese Taufe dann in Ferchlipp oder Neukirchen (mit Taufengel) stattfinden wird.

Der Gemeindekirchenrat hofft und ist überzeugt, mit dieser Strukturveränderung einen gleichermaßen realistischen wie auch zukunftsorientierten und die (Gottesdienst)Gemeinde weiter belebenden Weg eingeschlagen zu haben. Die zahlenmäßige wie auch die atmosphärische Resonanz der beiden Gottesdienste im Januar bestärken diesen Weg. Kommen Sie doch auch vorbei!     

Kurzmeldungen:

–    Der Gemeindekirchenrat freut sich, dass für die Küstertätigkeiten im Bereich der St. Joahanniskirche in Werben ein kleines Team gefunden werden konnte, das sich dieser Aufgabe annimmt. Zu diesem Team gehören Christoph Schorlemmer, Jochen Hufschmidt, Heinz Hilscher und Martin Holzäpfel. Vielen Dank für euren Einsatz!

–   Die Sanierungsarbeiten an der St. Johanniskirche sind in vollem Gange und auch beim Bauvorhaben an und um die Räbeler Kirche tut sich nun etwas. So werden aktuell die Vorbereitungen getroffen, um die erforderliche Spundwand zu setzen.

Die Landeskirche informiert zum Pachtvergabeverfahren

Die Landessynode hat Änderungen beim Pachtvergabeverfahren der EKM beschlossen. Das Anbau-Verbot von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut wird ausgeweitet: Künftig kann nur Pächter von Kirchenland werden, wer auf gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut verzichtet. Dies bezieht sich nicht nur auf das gepachtete Kirchenland, sondern auf den Gesamtbetrieb. Die Massentierhaltung soll wegen der Belastung für die Umwelt, die Bevölkerung und der Sorge um das Tierwohl eingeschränkt werden. Es soll ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen der Anzahl der Tiere und der vorhandenen Fläche gegeben sein. Zudem wird, wer systematisch geschlechtsbezogen Tiere tötet, nicht zum Verfahren zugelassen. Beim Pachtpreis ändert sich die bisherige Praxis: Bislang war für die Vergabe von Punkten ein Staffelungssystem vorgegeben. Die maximale Punktzahl konnte man erreichen, wenn man mit einem bestimmten Betrag über der Mindestpacht lag. Hier werden künftig keine Vorgaben mehr gemacht. Die Bewertung des Pachtpreisangebots erfolgt im Nachhinein anhand des Durchschnitts aller eingegangenen Pachtpreisangebote, wobei höchstes und niedrigstes Pachtpreisangebot nicht mit einbezogen werden. Somit kann den regionalen Marktunterschieden am besten Rechnung getragen werden. Kirchengemeinden können zudem künftig auch direkt Einfluss auf die Pächterauswahl nehmen, indem sie kirchengemeindliches Engagement würdigen. Die neuen Regelungen treten zum 1. Oktober 2017 in Kraft.

(Für den Gemeindekirchenrat Jan Foit)