Angedacht

 

Liebe Gemeinde,

wenn Sie diese Zeilen lesen gehören Sie dazu! Supertoll! Sie sind ein Mitglied unserer Kirchengemeinde in Werben und Umgebung. Sie sind ein Schaf in der Herde Jesu Christi. Sie gehören zu IHM. Zu dem einzigen Gott im Himmel und auf Erden! Wow, ist das nicht großartig? Ich finde es sensationell!

Im Bibelvers aus der Apostelgeschichte, auf dem Cover dieses Gemeindebriefes, heißt es: „Alle in der Gemeinde ließen sich regelmäßig von den Aposteln im Glauben unterweise und lebten in enger Gemeinschaft, feierten das Abendmahl und beteten miteinander.“ Und, fühlen Sie sich dazugehörig? Klingt das nach Gemeinde, die für Sie in Frage kommt? Oder sind Sie eher ein U-Boot-Christ, der dann und wann mal auftaucht bei einem Gottesdienst, oder einer anderen Gemeindeveranstaltung?

Ich lebte mal in einer Gemeinde, die hatte sich ein Leitbild geschrieben. Darin hieß (und heißt) es: „Wir wollen für verschiedene Formen christlichen Lebens Verständnis haben.“ Diesen Leitvers für das Leben miteinander in einer christlichen Gemeinde finde ich richtig und enorm wichtig. Dennoch – Gemeinde sollte für einen Christen mehr sein, als ein U-Boothafen, der alle jubeljahre mal angelaufen wird. Als Christen sind wir Kinder Gottes, somit ist die Gemeinde unsere Familie. Diese Familie ist wichtig, mindestens genauso wichtig wie unsere „Blutsfamilie“, denn in ihr finden wir Halt, Mut, Kraft und Liebe. Und dies alles aus Gottes heiligem Geist, der uns helfen will unser Leben als Christ zu bewältigen. Mit Jesus zu leben, ist das Einzige was Sinn hat, doch alleine können wir nicht bestehen in dieser Welt, die von ihm an allen Ecken und Enden nichts wissen will. In einer Gesellschaft und einem Meinungsmainstream, in dem Gottes Gebote und Liebe keinen Platz haben und die uns zum Außenseiter machen mit unseren christlichen Überzeugungen. Doch um diese zu entwickeln, um einen festen Standpunkt haben zu können und sein Wort zu verinnerlichen ist es nötig „Glauben zu lernen“ – einfach Bescheid zu wissen darüber, was Gott von uns will. Dazu braucht es Gemeinschaft mit Anderen, um von einander zu lernen, miteinander zu beten, uns gegenseitig zu stärken, weiterzuhelfen, zu bremsen, aufzufangen, Kritik zu üben, Nächstenliebe zu praktizieren… Das alles mit vielen verschiedenen Menschen in einem kleinen Kirchspiel wie dem unseren. Das ist nicht einfach, richtig? Da sind doch Leute dabei, die kann ich aus Prinzip schon nicht leiden. Oder weil sie dann und dort (vielleicht vor 10 Jahren?) mal etwas gesagt haben, was mir nicht gepasst hat. Oder, oder, oder. Ob Gott solche Kleingeistigkeit verstehen kann? Am besten fragen Sie ihn heute Abend auf der Bettkante in Ihrer Kammer Zuhause vor dem Schlafengehen. Vielleicht gibt er Ihnen einen Tipp. Ansonsten kommen Sie doch vorbei – nicht erst an Heiligabend, da ist es immer so voll!

Franziska Foit